Sabina Tempel: Sound of Submission, Leseprobe

25 2. Kapitel ie waren in den Stadtpark abge- bogen. Stille umgab sie. Nur ab und zu kam ihnen ein Jogger oder eine Gruppe Spaziergänger meist mit Hunden entgegen. Früher hätte sie gern einen Hund gehabt, aber Mam war dagegen gewesen. Sie züchtete Nacktkatzen, und damit war das Hundethema vom Tisch. Auch Dad fand so alles schön, was in war oder exotisch wirkte. Irgendwie war er nicht das, was er schien. Er verleugnete seine Wurzeln, das wurde ihr jedoch jetzt erst deutlich. Einfach aus dem Grund, weil sie sich nie Gedanken darüber gemacht hatte und diese Gedanken vielleicht auch vollkommen nutzlos waren, denn auch in Deutschland sann kaum jemand über seine germanische Abstammung nach. Und doch war das etwas anderes … Wenn sie nur an die Laute der Flöte dachte. Aber auch das war ein Fake. Der Musiker war nicht der, der das Instrument hätte bedienen dürfen. Dasselbe, wie wenn man einen Süd- länder in einen Schottenrock stecken und ihm einen Dudelsack in die Hand drücken würde. Dennoch schienen sie irgendwie zueinanderzupassen – der Mann und die Flöte. Verzaubert hatten sie beide. Doch: Warum war sie ihm in den Park gefolgt? Um ungestört sein zu können? Nie wäre sie mit einem fremden Mann in den Park abgebogen. Siewäre einenKaffee trinken gegangen oder durch die Stadt gelaufen. Das höchste der Gefühle wäre gewesen, dass sie sich ans Flussufer gesetzt hätte, aber auch nur, weil es gut bevölkert war und es zahlreiche Bänke gab. Ja, so hätte es in etwa ausgesehen,

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