Bettina Ferbus

7 1. Kapitel Laura er Kleinlaster rumpelte durch ein Schlagloch. LaurastütztesichaneinemderSäckemitToiletten- papier ab, um nicht gegen Eva geschleudert zu werden. Aus Lisas Richtung war ein dumpfer Aufprall zu hören, und kurz darauf ein leiser Aufschrei. Wenige Minuten später folgte das nächste Holpern. Dann legte sich der Laster in eine Kurve. Angst lag wie ein Eisklumpen in Lauras Magen. Sie kämpfte sie nieder, versuchte, sich auf das zarte Flattern der Hoffnung in ihrer Brust konzentrieren. Alles würde gut werden. Natürlich war eine Stelle als Dienstmädchen nicht das, wovon sie geträumt hatte. Sie erinnerte sich an ihre Zeit bei der Laientheatergruppe, an den Spaß bei den Proben, die Nervosität vor denAufführungen und an dieses unglaubliche Hochgefühl, das sich jedes Mal beim Applaus einstellte. Die langen Stunden in der Schule hatte sie sich mit Träumen von einer Schauspielausbildung und einem richtigen Engagement versüßt. Und dann - die Vampire. Zuerst hatte sie nur im Internet von ihnen gelesen und im ersten Moment an einen Scherz gedacht. Ein künstlich geschaffenes Virus, das Menschen mit der Blutgruppe AB positiv in Vampire verwandelte - das klang total verrückt. Doch bald mehrten sich die Berichte. Hundegrippe eingedämmt - aber zu welchem Preis, lautete eine der Überschriften. Der ebenso geniale wie skrupellose Wissenschaftler Professor Hildebrand hatte die Methode der Vektorimpfung, bei der durch modifizierte Viren direkt auf das Immunsystem eingewirkt wurde, dazu benutzt, Europa mit Vampiren zu bevölkern. Die Impfung half zwar gegen

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