Bettina Ferbus

48 5. Kapitel Laura arney sprang zurück und begann erschrocken zu bellen. Der Stuhl ging rumpelnd zu Boden, und mit ihm Christian. Laura brauchte einige Augenblicke, um zu erkennen, was so stürmisch in den Raum eingedrungen war. Erst, als das Tier ruhig hielt, sah sie, dass ein braun-weißes Kalb über Christian stand und sein Gesicht leckte. Er rappelte sich hoch, und das Tier - obwohl eindeutig zu groß für ein Schoßhündchen - kuschelte sich an ihn. Mara kam in den Raum gestürmt. Eine Schramme zierte ihren rechten Unterarm. »Du kleines Biest!« Der Unterschied zwischen ihr und der Frau, die hinter ihr den Raum betrat, hätte nicht größer sein können. Die Fremde war hochgewachsen, schlank, hatte ein ebenmäßiges Gesicht und langes, zu einemPferdeschwanz zusammengefasstes Haar. »Hallo Jona!« »Ich bin gekommen, um einen kleinen Ausreißer zurückzuholen.« Das Kalb duckte sich, schien regelrecht inChristian hinein- kriechen zu wollen. Er kraulte es an der Stirn und spielte mit seinen großen Ohren. Dann seufzte er. »Ich schaffe es nicht. Nicht noch einmal. Tut mir leid.« »Du warst immer schon zu weich, Christian.« »Ich weiß. Deshalb wollte ich nie Bauer werden. Wenn sie wenigstens in den Stall geflüchtet wäre - aber so.« Mara verdrehte die Augen. Jona lächelte, aber es war ein kaltes Lächeln. »Du wirst uns das Geld zurückgeben müssen.« »Klar. Ich verstehe. Sonst alles in Ordnung bei euch?«

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