Bettina Ferbus

42 4. Kapitel Christian s dauerte eine ganze Weile, bis die Laute Christians Träume durchdrangen. Dabei hatte er sehr unruhig geschlafen, denn das Licht brannte auf seiner Haut, obwohl es durch die dunklen Vorhänge gedämpft wurde, und der Stuhl erlaubte ihm nur eine mäßig bequeme Haltung. Laura warf sich auf dem Bett hin und her. Schweiß lief über ihr Gesicht. Sie hatte es irgendwie geschafft, sich in die Bettdecke einzuwickeln, dass sie nun vom Stoff umhüllt wurde wie eine Raupe von ihrem Kokon. Er stemmte sich hoch und befreite als Erstes ihren Mund, dann begann er die Decke um die Schultern zu lockern. »Du liebe Güte, wie schafft man es, sich derart selbst zu fesseln? Das ist wirklich eine Kunst.« Die dumpfen Laute, die Laura von sich gegeben hatte, verstummten abrupt, und sie öffnete die Augen. »Ichversuche gerade, dich zubefreien, ohne dirwehzutun.« Sie sah ihn aus ihren unglaublich blauen Augen irritiert und fragend an. Verletzt und hilflos, wie sie war, hätte er sie am liebsten in den Arm genommen, um sie zu trösten. Aber dazu kannte sie ihn noch nicht gut genug und würde wahr- scheinlich mit Abwehr reagieren. Als sie halbwegs aus der Decke gewickelt war, setzte sie sich an das Kissen gelehnt auf. »Ich war das selbst? Ich bin so eine Idiotin! Bin wohl sogar zum Schlafen zu blöd.« Wie traurig und frustriert sie klang. Unwillkürlich strich Christian sanft über ihren Oberarm. Nur ganz leicht. Nur einmal auf und nieder. Es machte ihn glücklich, dass sie nicht zurückzuckte.

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